podiumsDiskussion: Das Recht am eigenen Bild

Sonntag, 13.12.15 14:00, Filmpodium

Spätestens seit der Veröffentlichung des Fotos des ertrunkenen Dreijährigen Aylan Shenu ist auch hierzulande eine Diskussion über die visuelle Darstellung der Flüchtlingskrise im Gange. Debattiert wird aber zumeist, was man dem Publikum zumuten darf, nicht die Zulässigkeit der Darstellung von Betroffenen. Das syrische Kollektiv Abounaddara produziert jede Woche kurze Filmbeiträge und veröffentlicht diese auf seiner Facebook-Seite «Abounaddara Films».

Dieses sogenannte «emergency cinema» ist als Gegenentwurf zur Medienberichterstattung gedacht. Zu Wort kommen in diesen Kurzfilmen Individuen, nicht «Täter» oder «Opfer», und sie berichten weniger vom Kampfgeschehen als von ihren Alltagserfahrungen, die von den Konflikten geprägt sind. Abounaddara verweigert sich konsequent stereotypen Kategorisierungen der dargestellten Personen. Im Bemühen, die Individualität und die Menschenwürde der von der Krise Betroffenen zu wahren, hat das Abounaddara-Kollektiv zusammen mit der New School in New York eine Initiative lanciert, die das Recht am eigenen Bild auch für Kriegsopfer und Flüchtlinge einfordert.

Zu diesem Thema veranstaltet die Abteilung Kultur der Stadt Zürich gemeinsam mit dem «Human Rights Film Festival Zurich» eine Podiumsveranstaltung. Mit Charif Kiwan, dem Sprecher des Abounaddara-Kollektivs diskutieren SRG-Generaldirektor Roger de Weck, René Lüchinger (Chefredaktor „Blick“), Aida Schläpfer Al Hassani (Filmemacherin) und Christian Frei (Filmemacher, Präsident der Schweizer Filmakademie). In der ersten Reihe sitzen als weitere Gesprächsteilnehmer Christian Iseli (Leiter Dokumentarfilmabteilung ZHdK), Jann Jenatsch (CEO Keystone Schweiz), Olivier Kugler (Zeichner-Reporter). Moderiert wird das Podium von Hannes Britschgi, Publizist und Leiter der Journalistenschule von Ringier.

(Text: Michel Bodmer, Stv. Leiter Filmpodium)