EARTH’S GOLDEN PLAYGROUND

Freitag, 11.12.15 16:00, Filmpodium
Regie: Andreas Horvath; Österreich/Kanada 2013; 106' E/df; Dokumentarfilm

In den Vereinigten Staaten fiel der Goldrausch in die Zeit einer Wirtschaftskrise, weshalb zahllose Menschen ihr Glück am Klondike suchten. Nachdem vielerorts wieder härtere Zeiten angebrochen sind, ist dies heutzutage erneut der Fall: Andreas Horvaths Film lässt hartnäckig miterleben, wie neben den finanzkräftigen Gesellschaften zähe Bergmänner mit Kleinunternehmern konkurrieren. Sie alle sind besessen von der Suche nach der sagenhaften Mutterader, der sogenannten «Mother Lode». Es ist die angeblich immer noch im Untergrund verborgene Quelle des Goldschatzes, an die man trotz Ausbeutung über Dekaden unerschütterlich glaubt. Einzelkämpfer hacken und schaufeln sich für eine Handvoll Dollar ins harte Erdreich, bis die Tiefe sie zu verschlucken droht. Bagger reissen Gräben auf, zerwühlen die Flussufer, schlagen Risse in halsbrecherische Steilwände. Und die Erträge? Sie sind kärglich, man rechnet ein Gramm Gold auf eine Tonne Steine und Geröll, das in mühseliger Handarbeit ausgewaschen wird. Der Österreicher Horvath hat seine Kamera beobachtend auf dieses far country gerichtet, porträtiert Krampf und Erschöpfung der Männer, deren Gesichter immer mehr den Runen ähneln, die sie auf der Jagd nach der goldenen Beute in die Landschaft schlagen. (Rolf Niederer, Semaine de la Critique)

Im Anschluss: Gespräch mit Oliver Classen, Erklärung von Bern (EvB) und Katrin Dorfschmid, Max Havelaar, Moderation: Daniel Puntas Bernet, Chefredaktor «Reportagen»