Human Rights Film Festival Zurich
Programmübersicht
Mi 6. Dez 2017
  1. 18:00
    The Poetess
    Mi 6. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVe 89' | Deutschland, Saudi-Arabien | Stefanie Brockhaus, Andreas Wolff | Dok

    Stellen Sie sich vor, ein europäischer Sender zöge länderübergreifend Millionen Zuschauer in den Bann – mit Gedichtvorträgen. Genau das gelingt Abu Dhabi TV seit zehn Jahren mit der Sendung Million’s Poet. Diese Talentshow sucht nach einem Superstar der präzisen Sprache. Nachdem die Saudin Hissa Hilal vollständig verhüllt in schwarzem Tuch auf der Bühne Extremisten anklagt, erhält sie Morddrohungen. Und die Aufmerksamkeit der westlichen Medien. In Hissa Hilal haben die beiden Filmemacher Stefanie Brockhaus und Andreas Wolff eine wahre Heldin gefunden. Ihre Augen, oft in Nahaufnahmen gezeigt, drücken Witz und Lebenslust, aber auch Leid aus; der Rest ihres Gesichts bleibt bedeckt. Dass die Geschichte der Poetin und die Saudi-Arabiens nahtlos ineinander übergehen, liegt einerseits an Hissas Erzählkunst, andererseits an der atmosphärischen Musik und dem Schnitt, die Showaufnahmen, Archivmaterial und Interviews zu einem Ganzen fügen. (Flavia Giorgetta)

    OPENING NIGHT
    Begrüssungsworte
    Sascha Lara Bleuler, Direktorin HRFF Zurich
    Leo Kaneman, Präsident HRFF Zurich
    Jacqueline Fehr, Regierungsrätin des Kanton Zürich

    In Anwesenheit der Filmemacherin Stefanie Brockhaus und der Protagonistin Hissa Hilal.

  2. 20:40
    Fantoche Shorts – Kein Willkommen
    Mi 6. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVd 66' | 2010 - 2017 | Diverse | Animation

    Menschen werden vertrieben, sind auf der Flucht oder leben auf der Strasse. Das Programm zeigt unterschiedliche Animationstechniken, die aktuelle Menschenrechtsthemen auf kreative, humorvolle und düstere Art vermitteln. Kuratiert von Annette Schindler und Judith Affolter.

    BON VOYAGE (Fabio Friedli, CH 2011, 6’)
    Dutzende Menschen besteigen einen überfüllten Lastwagen. Ihr Ziel: Die Festung Europa.

    HOLLOW LAND (Michelle Kranot/Uri Kranot, CA/SK/FR 2013, 13’)
    Kaum ist das junge Paar im verheissenen Land eingetroffen, bröckelt die hübsche Fassade – ein absurdes Migrationsdrama.

    RANDOM WALKS (Borbála Tompa, HU 2016, 7’)
    Die Geschichten von fünf Immigranten in Budapest.

    THEN I CAME BY BOAT (Marleena Forward, AU 2014, 10’)
    Die Flucht des Kindes Tri Nguyen von Vietnam bis nach Australien.

    BODY MEMORY (Ülo Pikkov, EE 2011, 9’)
    Eine kreative Verarbeitung von historischen Ereignissen und ­traumatischen Erlebnissen.

    LAZLO (Nicolas Lemée, FR 2010, 4’)
    Ein Mann ohne Wurzeln, der gerne in Frieden leben würde.

    HEIMATLAND (Schneider/Arnold/Portmann/Friedli, CH 2010, 6’)
    Ein Schweizer Patriot fürchtet sich vor seinem Nachbarn.

    SI NO SOY NO PUEDO SER (Mario Torrecillas, ES 2017, 11’)
    Syrische und kurdische Kinder berichten aus dem Cherso Flüchtlingslager in Griechenland.

    Präsentiert mit FANTOCHE, dem Internationalen Festival für Animationsfilm in Baden.

Do 7. Dez 2017
  1. 09:30
    The Idol
    Do 7. Dez

    Nur für Schulklassen

    OVdf 100' | Niederlande 2015 | Hany Abu-Assad | Spielfilm

    Schon als Kind träumt Mohammed davon, im Opernhaus in Kairo aufzutreten und seiner Stimme weltweit Gehör zu verschaffen. Doch auch wenn ihm das nötige Talent in die Wiege gelegt wurde, bleibt dies vorerst nur eine Träumerei. Bis er als Jugendlicher aus einem Flüchtlingslager in Gaza nach Ägypten flüchtet, um an der äusserst beliebten Talentshow «Arab Idol» teilzunehmen. Nach einer beschwerlichen Reise und einigen unerwarteten Hürden, wird er schliesslich zu den Auditions zugelassen. Nun muss Mohammed seinen Ängsten gegenübertreten und sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Auf einer wahren Geschichte beruhend, schafft der Regisseur Hany Abu-Assad einen dynamischen und bezaubernden Film, der die Bedeutsamkeit von Familie, Freundschaft und Gemeinschaft anhand von Musik aufzeigt.

  2. 09:30
    They call us Monsters
    Do 7. Dez

    Nur für Schulklassen

    Ed 82' | USA 2016 | Ben Lear | Dok

    Die drei jugendlichen Straftäter Juan, Jarad und Antonio schreiben im Gefängnis ein Drehbuch – ein Kurzfilm über ihr Leben vor der Festnahme soll entstehen. Damit «die da draussen» verstehen, unter welchen Bedingungen sie aufgewachsen sind. Den drei mutmasslichen Mördern stehen lebens­längliche Freiheitsstrafen bevor, die letzte Hoffnung sind ihre Verteidiger vor Gericht. Doch die Eltern des 17jährigen Jarad können sich keinen teuren Anwalt leisten. Eine Billig­anwältin vertritt den Jungen ohne jedes Interesse. Das Urteil: Lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung. Die Langzeitstudie fängt den Alltag der drei Häftlinge ein, ohne zu moralisieren, und lässt auch die Opfer zu Wort kommen. Der Film entlässt uns nicht mit Antworten, sondern lässt ­Fragen nachklingen: Wer sind die wahren Monster und gibt es ein Entkommen aus dem Teufelskreis von Armut und unverhältnismässig hohem Strafmass? (slb)

  3. 13:30
    Fantoche Shorts – Kein Willkommen
    Do 7. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVd 66' | 2010 - 2017 | Diverse | Animation

    Menschen werden vertrieben, sind auf der Flucht oder leben auf der Strasse. Das Programm zeigt unterschiedliche Animationstechniken, die aktuelle Menschenrechtsthemen auf kreative, humorvolle und düstere Art vermitteln. Kuratiert von Annette Schindler und Judith Affolter.

    BON VOYAGE (Fabio Friedli, CH 2011, 6’)
    Dutzende Menschen besteigen einen überfüllten Lastwagen. Ihr Ziel: Die Festung Europa.

    HOLLOW LAND (Michelle Kranot/Uri Kranot, CA/SK/FR 2013, 13’)
    Kaum ist das junge Paar im verheissenen Land eingetroffen, bröckelt die hübsche Fassade – ein absurdes Migrationsdrama.

    RANDOM WALKS (Borbála Tompa, HU 2016, 7’)
    Die Geschichten von fünf Immigranten in Budapest.

    THEN I CAME BY BOAT (Marleena Forward, AU 2014, 10’)
    Die Flucht des Kindes Tri Nguyen von Vietnam bis nach Australien.

    BODY MEMORY (Ülo Pikkov, EE 2011, 9’)
    Eine kreative Verarbeitung von historischen Ereignissen und ­traumatischen Erlebnissen.

    LAZLO (Nicolas Lemée, FR 2010, 4’)
    Ein Mann ohne Wurzeln, der gerne in Frieden leben würde.

    HEIMATLAND (Schneider/Arnold/Portmann/Friedli, CH 2010, 6’)
    Ein Schweizer Patriot fürchtet sich vor seinem Nachbarn.

    SI NO SOY NO PUEDO SER (Mario Torrecillas, ES 2017, 11’)
    Syrische und kurdische Kinder berichten aus dem Cherso Flüchtlingslager in Griechenland.

    Präsentiert mit FANTOCHE, dem Internationalen Festival für Animationsfilm in Baden.

  4. 13:30
    For Akheem
    Do 7. Dez

    Nur für Schulklassen

    Ed 89' | USA 2017 | Jeremy S. Levine, Landon Van Soest | Dok

    Daje ist 17 Jahre alt, sie wächst in einem «all black» Viertel von St. Louis auf. In der Schule eckt sie wegen ihrer aufmüpfigen Haltung und wird deswegen mit ihrer Mutter vor den Jugendrichter zitiert. Doch wirklich begreifen lässt sich ihreSituation erst allmählich, als man auf ihrem Schulheft die gekritzelten Namen von ihren Freunden sieht – dahinter ein R.I.P. und ein frisches Datum. Mit ihrem Freund überlegt sie, ob sie wohl auch so jung sterben werden, viele von ihren männlichen Freunden sind bereits tot – niedergeschossen von Polizisten oder Gang-Mitgliedern. Zwei Jahre lang haben die Regisseure ihre Protagonistin durch ihren von Stigmatisierung geprägten Alltag begleitet und machen erfahrbar, was es heisst, in Amerika jung und schwarz zu sein. (slb)

  5. 18:00
    Disturbing the Peace
    Do 7. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 87' | USA, Israel, Palästina 2016 | Stephen Apkon, Andrew Young | Dok

    Eine palästinensische Mutter plant ein Selbstmordattentat. Es scheitert und im Gefängnis lernt sie den Schmerz der Gegenseite kennen, als der Bruder ihrer Gefängniswärterin einem Anschlag zum Opfer fällt. Ein israelischer Soldat leistet an einem Checkpoint Dienst; als er einem palästinensischen Vater und dessen kranken Kindern den Weg zum Arzt versperren muss, beginnt er, umzudenken. In einer Collage aus Interviews, Archivmaterial und sorgfältig inszenierten Szenen porträtiert der Film die Organisation «Combatants for Peace», in der ehemalige Kämpfer beider Seiten sich für eine gewaltfreie Lösung des Nahostkonflikts einsetzen. (mg)

    Begrüssungsworte
    Keren Kashi (New Israel Fund Schweiz)
    Leo Kaneman (Präsident HRFF)
    QnA mit Stephen Apkon und Inbal Ben Ezer (Combatants for Peace) und Panel mit Ali Abu Awwad (Roots) und
    Avi­ Buskila (Peace Now) im Forum.
    Moderation: Dr. Dana Landau

    Israelis and Palestinians against ­the Occupation (Engl.)
    In December 2016, the UN Security Council adopted Resolution 2334 condemning the construction and expansion of Israeli settlements in the occupied territories. It denounced acts of violence on both sides. This gives new hope to the ­
    Israeli and Palestinian peace camps. On this panel Ali Abu Awwad who initiated the nonviolent Palestinian movement «Roots» and Avi Buskila leader of «Peace Now» will discuss their strategies against the backdrop of a shifting political landscape.
    (Leo Kaneman)

    Präsentiert mit NIF und JCall Switzerland.

  6. 18:00
    For Akheem
    Do 7. Dez

    Tickets: Riffraff

    Ed 89' | USA 2017 | Jeremy S. Levine, Landon Van Soest | Dok

    Daje ist 17 Jahre alt, sie wächst in einem «all black» Viertel von St. Louis auf. In der Schule eckt sie wegen ihrer aufmüpfigen Haltung und wird deswegen mit ihrer Mutter vor den Jugendrichter zitiert. Doch wirklich begreifen lässt sich ihreSituation erst allmählich, als man auf ihrem Schulheft die gekritzelten Namen von ihren Freunden sieht – dahinter ein R.I.P. und ein frisches Datum. Mit ihrem Freund überlegt sie, ob sie wohl auch so jung sterben werden, viele von ihren männlichen Freunden sind bereits tot – niedergeschossen von Polizisten oder Gang-Mitgliedern. Zwei Jahre lang haben die Regisseure ihre Protagonistin durch ihren von Stigmatisierung geprägten Alltag begleitet und machen erfahrbar, was es heisst, in Amerika jung und schwarz zu sein. (slb)

    Black Lives Matter. Growing up with ­s­tructural racism (Engl.)
    Im Anschluss Gespräch mit Jeremy Levine (Regisseur), Jeff Truesdell (Produzent) und Brandy Bütler (Bla.sh Zürich) über die Black Lives Matter Bewegung und der Realität afroamerikanischer Jugendlicher, die von Rassismus und Polizeigewalt geprägt ist. Welche Einschränkungen bringt alltägliche Diskriminierung mit sich? Was zeichnet rassistische Strukturen in der Schweiz aus? Welche Lösungen gibt es?

    Moderation: Jenny Billeter

  7. 20:30
    Favela Olimpica
    Do 7. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVdf 93' | Schweiz | Samuel Chalard | Dok

    Im Frühling 2016 haben wir die Schlagzeilen gelesen, gehört und uns kurz empört: «Zwangsumsiedelungen in Rio», «Favela muss Olympischen Spielen weichen» hiessen sie. Die Schlagzeilen verschwanden wieder und mit ihnen die Erinnerung an die Menschen, die diesem grössenwahnsinnigen Sportanlass im Weg waren. Favela Olímpica von Samuel Chalard holt diese Geschichte zurück auf die Leinwand. Eigentlich wäre die «Vila Autódromo» eine Art Vorzeigefavela: Hier leben Familien, die ihre Favela von Kriminalität und Drogen freizuhalten versuchen und selbst verwalten. Obwohl vieles nicht ideal ist, obwohl sie von der Regierung vergessen werden, wenn es um Kanalisation, Strom und Infrastruktur geht. Nun aber geraten sie in den Blick der Stadt: Umgesiedelt sollen sie werden oder für wenig Geld entschädigt – die Favela stört den olympischen Glanz. Was Chalards Film unterscheidet von den Zeitungsberichten: Die Bewohner sind Individuen, Menschen mit Gesichtern und Geschichten, mit einer Vergangenheit in diesem Dorf, das sie ihre Heimat nennen. (Brigitte Häring)

    In the shadow of the Olympic Games (Engl.)
    Gespräch mit dem Filmemacher Samuel Chalard, Lisa Salza (Amnesty International) und einem Vertreter eines internationalen Sportverbandes über deren Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte, urbane Umstrukturierung, Machtkämpfe und Korruption im Schatten von spotlichen Mega-Events.

    Moderation: Oliver Classen (Public Eye)

    Präsentiert mit Public Eye.

Fr 8. Dez 2017
  1. 09:30
    The Idol
    Fr 8. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVdf 100' | Niederlande 2015 | Hany Abu-Assad | Spielfilm

    Schon als Kind träumt Mohammed davon, im Opernhaus in Kairo aufzutreten und seiner Stimme weltweit Gehör zu verschaffen. Doch auch wenn ihm das nötige Talent in die Wiege gelegt wurde, bleibt dies vorerst nur eine Träumerei. Bis er als Jugendlicher aus einem Flüchtlingslager in Gaza nach Ägypten flüchtet, um an der äusserst beliebten Talentshow «Arab Idol» teilzunehmen. Nach einer beschwerlichen Reise und einigen unerwarteten Hürden, wird er schliesslich zu den Auditions zugelassen. Nun muss Mohammed seinen Ängsten gegenübertreten und sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Auf einer wahren Geschichte beruhend, schafft der Regisseur Hany Abu-Assad einen dynamischen und bezaubernden Film, der die Bedeutsamkeit von Familie, Freundschaft und Gemeinschaft anhand von Musik aufzeigt.

  2. 13:30
    Noces
    Fr 8. Dez

    Nur für Schulklassen

    OVdf 98' | Belgien, Frankreich 2016 | Stephan Streker | Spielfilm

    Die 18jährige Zahira ist ein Teenager, deren Leben sich zwischen Schule und Freundeskreis abspielt. Sie wächst in Bel­gien in einer moderat religiösen Familie auf. Dann wird sie von den Eltern gedrängt, den traditionellen Weg einer arrangierten Ehe zu gehen – via Skype soll sie sich für einen Anwärter entscheiden und ihr künftiges Leben in Pakistan vorbereiten. Zwischen familiären Bräuchen und westlichem Lebensstil navigierend, wendet sich die junge Frau an ihre beste Freundin Aurore und ihren geliebten Bruder Amir. Denn neben der geplanten Heirat stemmt Zahira eine zweite Herausforderung: Sie ist schwanger und will das Kind trotz dem Rat der belgischen Sozialhilfe nicht abtreiben. (slb)

  3. 18:00
    Noces
    Fr 8. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVdf 98' | Belgien, Frankreich 2016 | Stephan Streker | Spielfilm

    Die 18jährige Zahira ist ein Teenager, deren Leben sich zwischen Schule und Freundeskreis abspielt. Sie wächst in Bel­gien in einer moderat religiösen Familie auf. Dann wird sie von den Eltern gedrängt, den traditionellen Weg einer arrangierten Ehe zu gehen – via Skype soll sie sich für einen Anwärter entscheiden und ihr künftiges Leben in Pakistan vorbereiten. Zwischen familiären Bräuchen und westlichem Lebensstil navigierend, wendet sich die junge Frau an ihre beste Freundin Aurore und ihren geliebten Bruder Amir. Denn neben der geplanten Heirat stemmt Zahira eine zweite Herausforderung: Sie ist schwanger und will das Kind trotz dem Rat der belgischen Sozialhilfe nicht abtreiben. (slb)

    Bitter honeymoons – forced marriage and violence against women (Engl.)
    Im Anschluss Gespräch mit Simone Eggler, Expertin für Zwangsverheiratung/-ehe bei Terre des Femmes Schweiz. Die freie Wahl des Ehepartners, der Ehepartnerin ist in der Menschenrechtserklärung ver­ankert. Dennoch werden Menschen unterschiedlicher Herkunft – auch in der Schweiz – zur Ehe gezwungen. Warum zwingt eine Familie oder Gemeinschaft junge Menschen zur Ehe? Was kann Präventionsarbeit leisten und wie schützt man ­Betroffene?

    Moderation: Rhea Plangg

    Präsentiert mit Terre des Femmes Schweiz.

  4. 18:00
    Taste of Cement
    Fr 8. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVd 85' | Deutschland, Syrien, Qatar | Zhiad Kalthoum | Dok

    „In Syrien weiss jeder, wie Zement schmeckt“, sagt Regisseur Ziad Kalthoum zu seinem Film Taste of Cement. Der Krieg zerstört und zerstäubt den Zement - und begräbt die Menschen, die in ihm lebten. Hauptschauplatz ist eine Baustelle in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die geflohenen Syrer, die hier arbeiten, dürfen die Baustelle nicht verlassen. Tagsüber bauen sie unter Lebensgefahr an einem Hochhaus, nachts wohnen sie in dessen kahlen, noch unfertigen Untergeschossen. Besorgt verfolgen sie auf ihren Smartphones die Nachrichten aus der in Trümmer liegenden Heimat. Für diese Existenz zwischen Zerstörung und Aufbau findet Kalthoums preisgekrönter Film Bilder von schlichter, roher Schönheit. (mg)

    Syrian refugees in Libanon: Life, work and exploitation (Engl.)

    Gespräch mit Tarek Daher (Büroleiter von Solidar Suisse im Libanon) über die prekäre Situation von geflüchteten SyrerInnen im Libanon: Welche Perspektiven haben sie als meist illegale ArbeiterInnen auf Baustellen und Plantagen? Wie können sie als Arbeiter ihre Rechte einfordern?

    Moderation: Jenny Billeter

    Präsentiert mit Solidar Suisse

  5. 20:30
    They call us Monsters
    Fr 8. Dez

    Tickets: Kosmos

    Ed 82' | USA 2016 | Ben Lear | Dok

    Die drei jugendlichen Straftäter Juan, Jarad und Antonio schreiben im Gefängnis ein Drehbuch – ein Kurzfilm über ihr Leben vor der Festnahme soll entstehen. Damit «die da draussen» verstehen, unter welchen Bedingungen sie aufgewachsen sind. Den drei mutmasslichen Mördern stehen lebens­längliche Freiheitsstrafen bevor, die letzte Hoffnung sind ihre Verteidiger vor Gericht. Doch die Eltern des 17jährigen Jarad können sich keinen teuren Anwalt leisten. Eine Billig­anwältin vertritt den Jungen ohne jedes Interesse. Das Urteil: Lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung. Die Langzeitstudie fängt den Alltag der drei Häftlinge ein, ohne zu moralisieren, und lässt auch die Opfer zu Wort kommen. Der Film entlässt uns nicht mit Antworten, sondern lässt ­Fragen nachklingen: Wer sind die wahren Monster und gibt es ein Entkommen aus dem Teufelskreis von Armut und unverhältnismässig hohem Strafmass? (slb)

    Minors in the Criminal Justice System (Engl./Deutsch)
    Im Anschluss Gespräch über Recht, Gerechtigkeit und zweite Chancen für jugendliche Straftäter in Kalifornien und der Schweiz mit Elizabeth Calvin, Senior Advo­cate, Children’s Rights Division, Human Rights Watch (Skype, auf Englisch), und Dr. med. Cornelia Bessler, Leiterin Zentrum für Kinder- und ­Jugendforensik, Chef­ärztin, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich.

    Präsentiert mit Human Rights Watch.

  6. 23:00
    Saturday Church
    Fr 8. Dez

    Tickets: Riffraff

    E 90' | USA 2017 | Damon Cardasis | Spielfilm

    Wer nicht von zuhause ausreisst, kann das nie wieder gutmachen. Walter Benjamin hat das geschrieben, in Einbahnstrasse. Saturday Church handelt von Ausreissern, die sich einmal die Woche in einer Kirche im Greenwich Village treffen. Den Ort gibt es wirklich: The Church of Saint Luke in the Fields. Seit Donald Trump Präsident der USA geworden ist, haben Übergriffe auf Leute zugenommen, die sich einer eindeutigen Geschlechtszugehörigkeit entziehen. Rückzugsorte wie diese ungewöhnliche Kirche können deshalb lebenswichtig für die LGBTI Gemeinschaft werden. Saturday Church erinnert zunächst an Moonlight, dieses fabelhafte Drama über einen ande­ren Ausreisser, wandelt sich dann aber zu einem Musical: Ein Film ohne eindeutige Genrezugehörigkeit. (fl)

Sa 9. Dez 2017
  1. 11:00
    Chasing Asylum
    Sa 9. Dez

    Tickets: Riffraff

    E 90' | Australien 2016 | Eva Orner | Dok

    Australien hat eines der schärfsten Einwanderungsgesetze. Eva Orners Film durchleuchtet die Wirkung dieses Regimes, das die Asylsuchenden auf Inseln verbannt – eine Existenz als vergessene Staatenlose. «Whistleblowers», welche die Missstände in den Verwahrungszentren aufzeigen, werden mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft. Das Filmmaterial wurde mit verborgenen Kameras aufgezeichnet und zeigt die Ausweglosigkeit der Festgehaltenen. Der Film hatte in Australien einen direkten Einfluss auf die Mobilisierung der Menschenrechtsbewegung Movement for Change und konfrontiert uns mit der Dringlichkeit der ungelösten Flüchtlingsfrage auch in Europa. (slb)

    Is there a way to make Australia home? (Engl.)
    Gespräch mit Lee Gordon (Head of International Development Programmes, Save the Children Australien) und Larissa Mettler, Direktorin Nationale Programme, Save the Children Schweiz über die restriktive australische Flüchtlingspolitik und deren Auswirkungen auf die Arbeit von NGOs vor Ort, sowie mögliche Parallelen zur aktuellen Flüchtlingspolitik in Europa.

    Moderation: Marcy Goldberg

    Präsentiert mit Save the Children Schweiz.

  2. 11:30
    Noces
    Sa 9. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVdf 98' | Belgien, Frankreich 2016 | Stephan Streker | Spielfilm

    Die 18jährige Zahira ist ein Teenager, deren Leben sich zwischen Schule und Freundeskreis abspielt. Sie wächst in Bel­gien in einer moderat religiösen Familie auf. Dann wird sie von den Eltern gedrängt, den traditionellen Weg einer arrangierten Ehe zu gehen – via Skype soll sie sich für einen Anwärter entscheiden und ihr künftiges Leben in Pakistan vorbereiten. Zwischen familiären Bräuchen und westlichem Lebensstil navigierend, wendet sich die junge Frau an ihre beste Freundin Aurore und ihren geliebten Bruder Amir. Denn neben der geplanten Heirat stemmt Zahira eine zweite Herausforderung: Sie ist schwanger und will das Kind trotz dem Rat der belgischen Sozialhilfe nicht abtreiben. (slb)

  3. 13:30
    Amerika Square
    Sa 9. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVd 86' | Griechenland 2017 | Yannis Sakaridis | Spielfilm

    Amerika Square ist ein Platz in Athen. Früher ein vernachlässigter Ort, versammeln sich hier heute Flüchtlinge, reden und warten ab. Nakos, ein arbeitsloser Anwohner, hat genug von der Annexion seines Platzes und ergreift Massnahmen. Tarek, ein ehemaliger syrischer Militärarzt, versucht für sich und seine Tochter einen Deal mit einem Schmuggler einzufädeln, um nach Italien zu gelangen. Billy, ein Tattoo-Künster, verliebt sich in die afrikanische Sängerin Tereza, die ebenfalls weiterziehen will. Die drei Geschichten werden durch Nakos’ Hassaktionen verwoben und bilden einen Reigen, der die Vielschichtigkeit der aktuellen humanitären Herausforderungen in einem Mikrokosmos verdeutlicht. (slb)

    On the run – the refugee crisis and right wing tendencies in Europe (Engl.)
    Im Anschluss Gespräch mit dem Schauspieler und Aktivisten Vassilis Koukalani und Hans Stutz (Journalist mit Schwerpunkt Rechtsextremismus und Rassismus) über rechtsextreme Wahrnehmungsmuster und die Beziehungen zwischen «Flüchtlingen» und «Einheimischen» in Griechenland und der Schweiz. Was führte zum Erstarken der griechischen
    neonazistischen Partei Goldene Morgenröte? Was sind Parallelen zu ähnlichen politischen Kräften wie AfD und Pegida?

    Moderation: Kostas Tsouflas, Filmwissenschaftler mit Spezialgebiet Neuer Griechischer Film

  4. 14:00
    They call us Monsters
    Sa 9. Dez

    Tickets: Kosmos

    Ed 82' | USA 2016 | Ben Lear | Dok

    Die drei jugendlichen Straftäter Juan, Jarad und Antonio schreiben im Gefängnis ein Drehbuch – ein Kurzfilm über ihr Leben vor der Festnahme soll entstehen. Damit «die da draussen» verstehen, unter welchen Bedingungen sie aufgewachsen sind. Den drei mutmasslichen Mördern stehen lebens­längliche Freiheitsstrafen bevor, die letzte Hoffnung sind ihre Verteidiger vor Gericht. Doch die Eltern des 17jährigen Jarad können sich keinen teuren Anwalt leisten. Eine Billig­anwältin vertritt den Jungen ohne jedes Interesse. Das Urteil: Lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung. Die Langzeitstudie fängt den Alltag der drei Häftlinge ein, ohne zu moralisieren, und lässt auch die Opfer zu Wort kommen. Der Film entlässt uns nicht mit Antworten, sondern lässt ­Fragen nachklingen: Wer sind die wahren Monster und gibt es ein Entkommen aus dem Teufelskreis von Armut und unverhältnismässig hohem Strafmass? (slb)

  5. 15:30
    Black Code
    Sa 9. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 90' | Kanada 2016 | Nick de Pencier | Dok

    Brasilianische Polizisten, die ganz gezielt Demonstranten orten und prügeln; schwedische Polizisten, die den Betreiber eines unabhängigen Internetproviders in Stockholm zu erpressen versuchen; syrische Polizisten, die Leute wegen Facebook Posts zu Tode foltern. Der Dokumentarfilm Black Code basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ronald Deibert, dem Professor für Politikwissenschaft in Toronto, der sich seit Jahren mit Netzaktivismus beschäftigt und weltweit beobachtet, wie Staaten ihre Legitimation mehr und mehr in der Repression sehen. Die Serie Black Mirror dekliniert die Horrorszenarien eines unbedachten Umgangs mit dem Internet durch, doch sind die Geschichten fiktiv. Black Code wirkt wie das dokumentarische Gegenstück und betrifft jeden, der ein Smartphone besitzt. (fl)

    Surveillance and privacy and the consequences for the citizen (Engl.)
    The screening will be followed by a conversation with Ronald Deibert (author and director of The Citizen Lab at the Munk School of Global Affairs, University of Toronto) and Sanjana Hattotuwa (Special Advisor at the ICT4Peace Foundation). The discussion will focus on the role and nature of digital platforms we use daily and the tension between surveillance and
    democratic values. How do citizens deal with the growing erosion of privacy? How can governments identify legitimate threats to the state and society without encroaching on citizens’ rights?

    Moderation: Sanjana Hattotuwa, Thematic Advisor, ICT4Peace Foundation.

    Präsentiert mit ICT4Peace Foundation.

  6. 18:00
    Tickling Giants
    Sa 9. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 111' | USA 2016 | Sara Taksler | Dok

    «Ob gross oder klein, wir sollten alle ständig versuchen, Riesen zu kitzeln!» Nach der ägyptischen Revolution 2011 lanciert Dr. Bassem Youssef, ein damals unbekannter Chirurg, eine Satire-Sendung «Al-Bernameg» (The Show). Die Absetzung von Hosni Mubarak erlaubt für kurze Zeit Kritik an den Mächtigen und macht Bassem zum arabischen Jon Stewart. In einem Land, in dem die Rede- und Pressefreiheit jahrzehntelang mit Füssen getreten wurde, löst die Show Begeisterung aus. Unter Mursi wird die Erfolgsendung noch knapp geduldet, Bassem und seine Mitarbeiter machen trotz erhöhtem Druck weiter. Als 2013 der General Al-Sisi die Macht an sich reisst, wird die Luft dünner. Die Frage, wer zuletzt lacht, wird für Bassem und sein Team zur existentieller Zerreissprobe. (slb)

    Comedy and politics: A struggle for freedom of expression in Egypt (Engl)
    Der ägyptische TV-Satiriker Dr. Bassem Youssef ist Gast am Festival und steht nach dem Film für Fragen des Publikums zur Verfügung. Was hat Comedy mit Menschenrechten zu tun? Wie weit darf Politsatire in Ägypten heute gehen?

    Moderation: Alexandra Karle (Leiterin Kommunikation und Menschenrechtspolitik, Amnesty International)

    Präsentiert mit Amnesty International.

  7. 18:00
    The Good Postman
    Sa 9. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVe 82' | Finnland, Bulgarien | Tonislav Hristov | Dok

    Ein bulgarisches Nest in Nähe der türkischen Grenze steht vor einer folgenreichen Abstimmung. Ein Bürgermeister soll gewählt werden. Postbote Ivan, einer der Kandidaten, hegt eine revolutionäre Idee: Nachts durchqueren syrische Flüchtlinge das Dorf – warum nicht diesen Leuten die leerstehenden Häuser als Unterkunft anbieten? Er träumt davon, dass die Bevölkerung jünger und vielfältiger wird. Ivans humanistische Haltung trifft auf einen korrupten Widersacher in Trainerhosen, der mit Patriotismus auf Wählerfang geht. Die Kampagnen und Debatten über das Schicksal der Menschen auf der Flucht sind so packend wie grotesk. Und die verschlafenen Dorfbewohner erhalten die Gelegenheit, ihre kleine Welt neu zu gestalten. (slb)

    Befinden wir uns in einer Solidaritätskrise?
    Gespräch mit Jochen Ganter (Projektkoordinator MSF Athen, leitender Krankenpfleger "Search and Rescue" Boot) über die Situation und das Schutzbedürfnis von Menschen, die aus Krisengebieten fliehen mussten. Für MSF gilt grundsätzlich, dass jeder Mensch, unabhängig von seinem rechtlichen Status, das Recht auf würdige Behandlung, medizinische Versorgung und Fürsorge hat. Doch auch in der Schweiz gibt es kritische Stimmen gegenüber humanitärer Hilfe für Menschen auf der Flucht.

    Moderation: Christoph Keller (SRF2 Kultur).

    Präsentiert mit Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen (MSF).

  8. 20:30
    Muhi – Generally Temporary
    Sa 9. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 86' | Israel, Deutschland | Rina Castelnuovo-Hollander, Tamir Elterman | Dok

    Seit sieben Jahren lebt der tapfere und aufgeweckte Muhi nach einer komplizierten Operation zusammen mit seinem Grossvater in einem israelischen Spital. Dem arabischen Jungen bleibt die Rückkehr nach Gaza verwehrt. Nach zwei Jahren spricht er besser Hebräisch als Arabisch und singt die Lieder der jüdischen Feiertage. Die parodiehaften Begebenheiten seines Alltags rücken die Fragen nach Identität, Religion und dem Konflikt, der seine Welt spaltet, in ein anderes Licht. Als sein Aufenthalt im Krankenhaus zu Ende geht, steht der mittlerweile schulreife Muhi vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens. Ein zärtlicher Film, der Brücken schlägt zwischen scheinbar unüberwindlichen Abgründen. (slb)

    Im Anschluss Gespräch mit den Filmemachern (Engl.)

    Moderation: Marcy Goldberg

    Präsentiert mit Omanut, Verein zur Förderung jüdischer Kunst.

  9. 23:00
    Saturday Church
    Sa 9. Dez

    Tickets: Riffraff

    E 90' | USA 2017 | Damon Cardasis | Spielfilm

    Wer nicht von zuhause ausreisst, kann das nie wieder gutmachen. Walter Benjamin hat das geschrieben, in Einbahnstrasse. Saturday Church handelt von Ausreissern, die sich einmal die Woche in einer Kirche im Greenwich Village treffen. Den Ort gibt es wirklich: The Church of Saint Luke in the Fields. Seit Donald Trump Präsident der USA geworden ist, haben Übergriffe auf Leute zugenommen, die sich einer eindeutigen Geschlechtszugehörigkeit entziehen. Rückzugsorte wie diese ungewöhnliche Kirche können deshalb lebenswichtig für die LGBTI Gemeinschaft werden. Saturday Church erinnert zunächst an Moonlight, dieses fabelhafte Drama über einen ande­ren Ausreisser, wandelt sich dann aber zu einem Musical: Ein Film ohne eindeutige Genrezugehörigkeit. (fl)

So 10. Dez 2017
  1. 11:30
    Tickling Giants
    So 10. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 111' | USA 2016 | Sara Taksler | Dok

    «Ob gross oder klein, wir sollten alle ständig versuchen, Riesen zu kitzeln!» Nach der ägyptischen Revolution 2011 lanciert Dr. Bassem Youssef, ein damals unbekannter Chirurg, eine Satire-Sendung «Al-Bernameg» (The Show). Die Absetzung von Hosni Mubarak erlaubt für kurze Zeit Kritik an den Mächtigen und macht Bassem zum arabischen Jon Stewart. In einem Land, in dem die Rede- und Pressefreiheit jahrzehntelang mit Füssen getreten wurde, löst die Show Begeisterung aus. Unter Mursi wird die Erfolgsendung noch knapp geduldet, Bassem und seine Mitarbeiter machen trotz erhöhtem Druck weiter. Als 2013 der General Al-Sisi die Macht an sich reisst, wird die Luft dünner. Die Frage, wer zuletzt lacht, wird für Bassem und sein Team zur existentieller Zerreissprobe. (slb)

  2. 11:30
    500 Years
    So 10. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVe 106' | USA 2017 | Pamela Yates | Dok

    Die Regisseurin Pamela Yates setzt sich seit mehr als dreissig Jahren mit Guatemala auseinander. Ihr erster Film war ein Porträt der späteren Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú. Nun schliesst Yates ihre Guatemala-Trilogie mit 500 Years ab. Der Film, seinerseits in drei Kapitel unterteilt, erzählt die Anklage wegen Genozid an der Maya-Bevölkerung gegen den ehemaligen Präsidenten Rios Montt, und schildert die Kämpfe der Indigenen gegen die Enteignung durch private Rohstoffkonzerne. Er endet mit der Protestwelle einer breiten Zivilbevölkerung, die 2015 den korrupten Präsidenten Otto Pérez Molina aus dem Amt drängte. Ein filmisches Denkmal für den Mut der Widerstandskämpfer, das die Aktivistinnen von heute mit ihrer Vorkämpferin Menchú verbindet. (mg)

    Leben im Widerstand
    Im Anschluss Diskussion mit dem in Guatemala lebenden Menschenrechtsanwalt Miguel Moerth, der seit Jahren die AnwältInnen der Opfer des Bürgerkriegs begleitet. Er erklärt die juristischen und politischen Spitzfindigkeiten, mit denen Prozesse gegen Menschenrechtsverbrecher blockiert oder verunmöglicht werden und setzt diese in den Kontext eines wachsenden zivilgesellschaftlichen Widerstands, der es den alten und neuen Machthabenden schwieriger macht, sich der Strafe zu entziehen.

    Moderation: Barbara Müller (Peace Watch Switzerland)

    Präsentiert mit Peace Watch Switzerland und Lateinamerika-Zentrum Zürich (Universität Zürich).

  3. 13:45
    Powerless
    So 10. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 80' | Indien 2014 | Fahad Mustafa, Deepti Kakkar | Dok

    Kanpur, eine indische Stadt mit drei Millionen Einwohnern, leidet seit langem unter Stromausfällen. Der Strom fehlt meist etwa fünfzehn Stunden pro Tag. Powerless erzählt von einem Duell: Auf der einen Seite die Chefin eines Elektrizitätskonzerns, auf der anderen ein indischer Robin Hood in Flipflops, der illegal Leitungen legt, damit die Nachbarn Strom haben. Die Chefin wiederum fordert ihre Angestellten dazu auf, härter durchzugreifen als würde sie Schlägertrupps kommandieren. Der Dokumentarfilm zeichnet sich durch ein ausgeprägtes visuelles Gespür aus. Kanpur bei Nacht, wenn immer wieder ganze Stadtteile erlöschen, kurz aufleuchten, im Dunkeln versinken, erhellt nur von Kerzenschein: fast schon lyrische Bilder eines Konflikts, die lange nachglühen. Gibt es ein Menschenrecht auf Strom? (fl)

    Words of Welcome
    Prof. Daniel Favrat EPFL & Natalia Signoroni, director FIFEL

    Access to energy – a human right (Engl.)

    Panel with Nobel Peace Prize Winner Prof. Muhammad Yunus & Prof. F .Vuille - Development Director of the Center of Energy-EPFL, Lausanne.

    "The presence of Prof. Muhammad Yunus at the Human Rights Film Festival Zurich is of fundamental importance. Access to energy ought to be a human right. To deprive people of electricity has disastrous consequences on an individual and a global level. Prof. Yunus took the United Nations as the starting point of a program to guarantee «sustainable energy for all» and initiated the enterprise Grameen Shakti providing solutions to people affected by the lack of energy."

    Leo Kaneman, President HRFF & Natalia Signoroni, Director FIFEL

    In collaboration with FIFEL – International Foundation for Films on Energy & EPFL – Ecole polytechnique fédérale de Lausanne.

  4. 16:00
    Muhi – Generally Temporary
    So 10. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 86' | Israel, Deutschland | Rina Castelnuovo-Hollander, Tamir Elterman | Dok

    Seit sieben Jahren lebt der tapfere und aufgeweckte Muhi nach einer komplizierten Operation zusammen mit seinem Grossvater in einem israelischen Spital. Dem arabischen Jungen bleibt die Rückkehr nach Gaza verwehrt. Nach zwei Jahren spricht er besser Hebräisch als Arabisch und singt die Lieder der jüdischen Feiertage. Die parodiehaften Begebenheiten seines Alltags rücken die Fragen nach Identität, Religion und dem Konflikt, der seine Welt spaltet, in ein anderes Licht. Als sein Aufenthalt im Krankenhaus zu Ende geht, steht der mittlerweile schulreife Muhi vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens. Ein zärtlicher Film, der Brücken schlägt zwischen scheinbar unüberwindlichen Abgründen. (slb)

    Challenging Borders (Engl.)
    Im Anschluss Gespräch mit den Filmemachern sowie Vincent Maunoury (Leiter Philanthropie und Gaza-Projektbesucher für Terre des hommes) über die Situation von Kindern im Gazastreifen. Was bedeutet eine militärische Blockade für die
    medizinische Versorgung?

    Moderation: Nicoletta Cimmino (SRF Echo der Zeit).

    Präsentiert mit Terre des hommes Kinderhilfe.

  5. 18:00
    The Poetess
    So 10. Dez

    Tickets: Riffraff

    OVe 89' | Deutschland, Saudi-Arabien | Stefanie Brockhaus, Andreas Wolff | Dok

    Stellen Sie sich vor, ein europäischer Sender zöge länderübergreifend Millionen Zuschauer in den Bann – mit Gedichtvorträgen. Genau das gelingt Abu Dhabi TV seit zehn Jahren mit der Sendung Million’s Poet. Diese Talentshow sucht nach einem Superstar der präzisen Sprache. Nachdem die Saudin Hissa Hilal vollständig verhüllt in schwarzem Tuch auf der Bühne Extremisten anklagt, erhält sie Morddrohungen. Und die Aufmerksamkeit der westlichen Medien. In Hissa Hilal haben die beiden Filmemacher Stefanie Brockhaus und Andreas Wolff eine wahre Heldin gefunden. Ihre Augen, oft in Nahaufnahmen gezeigt, drücken Witz und Lebenslust, aber auch Leid aus; der Rest ihres Gesichts bleibt bedeckt. Dass die Geschichte der Poetin und die Saudi-Arabiens nahtlos ineinander übergehen, liegt einerseits an Hissas Erzählkunst, andererseits an der atmosphärischen Musik und dem Schnitt, die Showaufnahmen, Archivmaterial und Interviews zu einem Ganzen fügen. (Flavia Giorgetta)

  6. 18:00
    Devil's Freedom
    So 10. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 74' | Mexiko 2017 | Everardo González | Dok

    In den letzten fünf Jahren hat der Kampf gegen die Drogenkriminalität in Mexiko etwa 100 000 Tote gefordert. Die Angst vor Entführungen, Folter und Mord ist auch für die Hinterbliebenen allgegenwärtig. Die Protagonisten von Devil’s Freedom sprechen durch Stoffmasken anonymisiert über den Teufelskreis der Gewalt, der Opfer wie Täter geisselt. Häufig werden Minderjährige von den Kartellen als Killer angeheuert. Auch sie leben in ständiger Erwartung des Todes. Die Schilderungen der Grausamkeiten werfen die Zuschauer auf sich selbst zurück und verwischen die Grenzen zwischen Peinigern und Gequälten. Der formal radikale Ansatz des Films, der nur Interviews verwendet, zeichnet eine von Verunsicherung geprägte Gesellschaft, in der die Spielregeln unter Androhung des Todes durchgesetzt werden. (slb)

    TAG DER MENSCHENRECHTE
    FOLTERPRÄVENTION: KAMPF GEGEN UNMENSCHLICHKEIT

    Begrüssungsworte
    Leo Kaneman, Präsident HRFF Zurich
    Corine Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich
    Sandra Lendenmann Winterberg, Chefin Sektion
    Menschenrechtspolitik, Abteilung Menschliche Sicherheit, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA

    Preventing Torture (Engl.)
    Nach dem Film Devil’s Freedom diskutieren die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer über ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Folter und gehen der Frage nach, wie präventiv gegen Folter vorgegangen werden kann.

    Gäste: Everardo González, Regisseur von Devil’s Freedom, Hina Jilani, Präsidentin der Weltorganisation gegen Folter (OMCT), Prof.Nils Melzer, UNO Sonderberichterstatter über Folter.

    Moderation: Christoph Keller, SRF2Kultur

  7. 20:30
    The Good Postman
    So 10. Dez

    Tickets: Kosmos

    OVe 82' | Finnland, Bulgarien | Tonislav Hristov | Dok

    Ein bulgarisches Nest in Nähe der türkischen Grenze steht vor einer folgenreichen Abstimmung. Ein Bürgermeister soll gewählt werden. Postbote Ivan, einer der Kandidaten, hegt eine revolutionäre Idee: Nachts durchqueren syrische Flüchtlinge das Dorf – warum nicht diesen Leuten die leerstehenden Häuser als Unterkunft anbieten? Er träumt davon, dass die Bevölkerung jünger und vielfältiger wird. Ivans humanistische Haltung trifft auf einen korrupten Widersacher in Trainerhosen, der mit Patriotismus auf Wählerfang geht. Die Kampagnen und Debatten über das Schicksal der Menschen auf der Flucht sind so packend wie grotesk. Und die verschlafenen Dorfbewohner erhalten die Gelegenheit, ihre kleine Welt neu zu gestalten. (slb)

  8. 20:40
    For Akheem
    So 10. Dez

    Tickets: Riffraff

    Ed 89' | USA 2017 | Jeremy S. Levine, Landon Van Soest | Dok

    Daje ist 17 Jahre alt, sie wächst in einem «all black» Viertel von St. Louis auf. In der Schule eckt sie wegen ihrer aufmüpfigen Haltung und wird deswegen mit ihrer Mutter vor den Jugendrichter zitiert. Doch wirklich begreifen lässt sich ihreSituation erst allmählich, als man auf ihrem Schulheft die gekritzelten Namen von ihren Freunden sieht – dahinter ein R.I.P. und ein frisches Datum. Mit ihrem Freund überlegt sie, ob sie wohl auch so jung sterben werden, viele von ihren männlichen Freunden sind bereits tot – niedergeschossen von Polizisten oder Gang-Mitgliedern. Zwei Jahre lang haben die Regisseure ihre Protagonistin durch ihren von Stigmatisierung geprägten Alltag begleitet und machen erfahrbar, was es heisst, in Amerika jung und schwarz zu sein. (slb)